Münchner Zeitschrift für Philosophie
WIDERSPRUCH










 

Widerspruch Nr. 49: Subjekt Gehirn
Zuletzt geändert von: Wolfgang Melchior
Neuroscience ist in - und dies nicht nur seit die Biowissenschaften ihren Aufschwung genommen haben. Von Wirtschaftwissenschaftlern über Militär, Polizei und Justiz bis hin zu Sportlern und Schulen werden die Potentiale der neuen Neurotechniken nicht nur ausgelotet, sondern teilweise begeistert aufgenommen und angewendet.
Öffentlichkeitswirksam wurde die Debatte um die Willensfreiheit. Die zunächst mit dem Anspruch naturwissenschaftlicher Genauigkeit auftretenden radikalen Positionen von Roth und anderen Naturalisten kamen dabei zunehmend in Begründungsnot, als sich vornehmlich aus den klassischen Kultur- und Geisteswissenschaften stammende Vertreter aufmachten, diese zu attackieren. Auch wenn heute ein burgfriedenhafter und quasimaterialistischer Minimalkonsens gefunden zu sein scheint, wonach Mentales ohne Neuronen nicht existieren kann, jedoch Mentales nicht restlos auf neuronale Prozesse reduzierbar ist, so bleibt die Frage erhalten, ob wir Menschen Bewohner zweier Welten sind - die der kausalen Notwendigkeit und der Freiheit des Willens - oder dies nur ein uralte Schimäre darstellt.

Das vorliegende Heft will nicht nur dieser Problematik, sondern auch ihren gesellschaftlichen Bedingungen nachgehen.


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