Münchner Zeitschrift für Philosophie
WIDERSPRUCH










 

Widerspruch 48: 1968 - Ideen, Entwürfe, Utopien
Zuletzt geändert von: Wolfgang Melchior
Der 40. Jahrestag der Studentenrebellion von 1968 war Anlass für viele Buchveröffentlichungen und Artikelserien, Vorträge und Fachtagungen, Talk-Runden, Fernsehdokumentationen und Spielfilme. Dabei war das Bild, das von den damaligen Ereignissen vermittelt wurde, auffallend disparat. Während die Konservativen, die einstigen Gegner der Bewegung, im nachhinein oftmals die Verdienste der 68er herausstrichen, längst überfällige Reformen in die Wege geleitet zu haben, übten ehemalige Repräsentanten der Bewegung Selbstkritik und zogen Parallelen zu ihrer Elterngeneration von 1933.


Ein Mangel vieler Darstellungen war, dass man sich zuviel über die Ereignisse äußerte, aber zuwenig in die Ereignisse selbst eindrang. Sie blieben an der Oberfläche, ohne die Ursachen und Motive sichtbar zu machen. Wenn sich das vorliegende Heft den „Ideen, Entwürfen und Utopien“ der 68er widmet, so werden damit zugleich die geschichtlichen Umstände thematisiert, unter denen diese Ideen aufgegriffen wurden und ihre praktische Wirksamkeit entfaltet haben. Mit der Erinnerung an diese Ideen wird die Frage nach ihrer plötzlichen Attraktion verbunden, die sie unter den damaligen gesellschaftlichen Bedingungen besessen haben. So erst können die weitergehenden Fragen angegangen werden, welche der Ideen mittlerweile „veraltet“, vielleicht sogar eingelöst sind, oder an Attraktion verloren haben, und welche von ihnen „unabgegolten“ sind und als Versprechen einer besseren Zukunft weiterwirken.


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