Der Widerspruch Nr. 46 mit dem Titel "Zukunft der Stadt" ist erschienen und im Buchhandel erhältlich.
Philosophie und Wissenschaft sind Kinder der Stadt. In ihr fand vor mehr als 2000 Jahren die Differenzierung zwischen Hand- und Kopfarbeit statt, der wir heute Universitäten und Schulen zu verdanken haben.
Doch gerade die Philosophie, die nur in der Stadt entstehen konnte, hat ihre "natürliche" Grundlage kaum bis gar nicht zum Thema erhoben. Aristoteles war sie selbstverständliches Konstrukt für die Gemeinschaftlichkeit des Menschen (zoon politikon), anderen oft nur ein lediglich besipielhaftes Gegenteil zur Ersten Natur. So blieb das Thema Stadt weitgehend Soziologen, Geographen oder "Städteplanern" überlassen.
Angesichts des tiefgreifenden urbanen Wandels, den wir derzeit auf unserem Planeten erleben - nur unzutreffend mit den Begriffen Urbanisierung und Stadtflucht bezeichnet -, stellt sich Frage, ob eine Theorie der Stadt noch hinreichend mit ästhetischen, soziologischen und geographischen Kategorien entworfen werden kann.
Stadt stellt heute mehr denn je Zukunftsentwürfe vor, in denen Menschenbilder enthalten sind. Urbane Lebensweisen werden nicht mehr allein durch die architektonische Umwelt (also die Gestaltung von Raum), sondern auch durch Zeit- und Gemeinschaftskonzepte geprägt. In welcher Weise dies geschieht, dies will der vorliegende WIDERSPRUCH näher untersuchen.
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